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Die eSIM-Nachfrage-Studie 2026: Wonach Deutschland bei Reise-eSIMs wirklich sucht

Zuletzt aktualisiert am 5. September 2026

POVNOMAD hat am 5. September 2026 zweimal die deutsche Google-Suggest-API abgefragt (client=firefox, hl=de, gl=de). Die erste Erhebung deckte 90 Reiseländer mit je vier Formulierungen ab — „esim <land>“, „… u“, „… unbegrenzt“, „… 5g“ —, macht 360 Abfragen und 1.314 Vorschlagszeilen, 1.175 davon eindeutig. Die zweite Erhebung fragte acht Themen-Suchbegriffe mit je 27 Varianten ab (leer plus die Buchstaben a bis z): 216 Abfragen, 1.401 Vorschlagszeilen, 1.289 eindeutig.

Ausgewertet wird, was Google von sich aus vorschlägt, bevor jemand fertig getippt hat — ein Blick auf reale Formulierungen deutscher Reisender, ohne Umfrage und ohne Panel. Diese Studie ergänzt die POVNOMAD-Preisstudie: Dort geht es darum, was eine Woche unbegrenztes Datenvolumen kostet, hier darum, wonach vor dem Kauf überhaupt gesucht wird.

Der Rahmen dazu: GSMA Intelligence erwartet in seinem Report vom März 2026, dass sich die eSIM-Verbreitung im Konsumentenmarkt 2026 verdoppelt — und 2027 noch einmal. Eine globale Angabe ohne Deutschland-Aufschlüsselung, also keine Marktzahl für diesen Artikel. Aber wenn eine Technologie in diesem Tempo in den Massenmarkt läuft, lohnt der Blick darauf, in welchen Worten Menschen danach suchen.

Stand der Daten: 5. September 2026.

Kernergebnisse

  1. Für alle 90 abgefragten Reiseländer existiert am 5. September 2026 deutschsprachige eSIM-Suchnachfrage — kein einziges Land blieb ohne Suggest-Vorschläge.
  2. 69 von 90 Ländern zeigen Unbegrenzt-Nachfrage; in 39 Ländern taucht „unbegrenzt“ oder „unlimited“ bereits in der ungeseedeten Basis-Abfrage „esim <land>“ auf, ohne dass Google dafür einen Zusatzbuchstaben braucht.
  3. Das häufigste Begleitwort zu einer Reise-eSIM ist „vergleich“ mit 66 von 752 eindeutigen Basis-Vorschlägen, vor „erfahrung(en)“ mit 51 und „kaufen“ mit 35.
  4. Airalo taucht in den organischen Suchvorschlägen mehr als doppelt so oft auf wie Holafly — 42 gegenüber 20 Nennungen. Das ist Suchhäufigkeit, kein Qualitätsurteil.
  5. Bei „England“ und „Dubai“ existiert Unbegrenzt-Nachfrage nur unter der Umgangssprache, nicht unter den Staatsnamen „Großbritannien“ und „Vereinigte Arabische Emirate“.
  6. Die Heimat-Carrier Vodafone, Telekom und o2 kommen in der Basis-Abfrage zusammen auf 54 Nennungen — mehr als „unbegrenzt“ und „unlimited“ zusammen mit 41.
  7. „Roaming“ und „esim <land>“ sind zwei getrennte Suchmuster: 38 der 258 Roaming-Vorschläge sind Bedien- und Kostenfragen rund um Nachbarländer, während die Länder-Abfragen auf Reiseziele und den Kauf zielen.

Methodik und Interessenkonflikt

Interessenkonflikt, vorab. POVNOMAD verkauft Reise-eSIMs und hat damit ein wirtschaftliches Interesse an einer Studie über die Nachfrage nach genau diesem Produkt. Deshalb steht diese Offenlegung am Anfang des Methodik-Teils und nicht am Ende. Und deshalb veröffentlichen wir nicht nur die Befunde, sondern auch die Rohdaten, aus denen sie stammen, samt der genauen Abfrageparameter. Wer uns nicht glauben will, muss es nicht: Der Datensatz lässt sich nachrechnen.

Datenbasis. Länder-Erhebung: 90 Reiseländer, je vier Formulierungen, 360 Abfragen, 1.314 Vorschlagszeilen, 1.175 eindeutig. Themen-Erhebung: acht Seed-Begriffe — „esim“, „esim unbegrenzt“, „esim unlimited“, „unbegrenztes datenvolumen“, „internet im urlaub“, „esim oder sim karte“, „esim erfahrungen“, „roaming“ — mit je 27 Varianten (leer plus die Buchstaben a bis z), 216 Abfragen, 1.401 Vorschlagszeilen, 1.289 eindeutig. Erhebungstag für beide Läufe: 5. September 2026.

Welche 90 Länder — und warum das offenliegt. Wie eine Länderauswahl zustande kommt, entscheidet über die Belastbarkeit einer Erhebung, deshalb ohne Beschönigung: Ein formales, vorab schriftlich fixiertes Auswahlkriterium für die 90 Reiseziele gibt es nicht. Die Liste umfasst gängige deutschsprachige Reiseziele und wurde vor der Auswertung festgelegt, aber nicht nach einem dokumentierten Verfahren gezogen. Statt das zu kaschieren, steht sie vollständig im offenen Datensatz (Spalte „abfrage“ der Länder-Erhebung) — prüfbar, was drin ist und was fehlt. Ablesen lässt sich daran vor allem eines: Die Auswahl ist nicht mit dem POVNOMAD-Katalog identisch, sie enthält auch Ziele ohne eigenes Unlimited-Angebot. Daraus ergeben sich weiter unten acht Lücken im eigenen Sortiment; eine nach Eigeninteresse zusammengestellte Auswahl hätte diese Länder vermutlich nicht enthalten.

Die Methodenregel: geseedet gegen organisch. Das ist das methodische Rückgrat dieser Studie. Ein Teil der Abfragen war „geseedet“: An „esim thailand“ wurde testweise ein „u“, das Wort „unbegrenzt“ oder „5g“ angehängt, um zu prüfen, ob Google für diese Kombination überhaupt einen Vorschlag kennt. Ein Treffer bei einer solchen einzelnen Abfrage ist ein reiner Existenznachweis — er zeigt, dass die Suche vorkommt, nicht wie sehr sie im Vergleich zu anderen Ländern vorkommt. Für Häufigkeitsverteilungen zwischen Ländern zählt deshalb ausschließlich die ungeseedete Basis-Abfrage „esim <land>“ pur — 752 Zeilen.

Eine Ausnahme, die benannt gehört. Für die Themen-Erhebung gilt eine eigene Lesart. Eine einzelne geseedete Länder-Abfrage ist ein Stichprobenpunkt. Ein vollständiger a–z-Durchlauf für einen Seed-Begriff — alle 26 Buchstaben plus die Leervariante — ist dagegen der Versuch, das von Google zu diesem Begriff bekannte Vorschlagsvokabular möglichst erschöpfend abzugreifen. Anteilsangaben innerhalb eines solchen Durchlaufs (etwa: von 199 eindeutigen Vorschlägen tragen 55 einen Inlands-Marker) sind deshalb methodisch etwas anderes als eine Rangfolge zwischen einzelnen Existenztests: Sie beschreiben die Zusammensetzung eines abgegrasten Vorschlagsraums, nicht die Häufigkeit realer Suchanfragen. Wo unten solche Anteile stehen, ist der Seed samt Gesamtzahl mit genannt.

Was Suggest nicht zeigt — und der wichtigste Einwand. Die Google-Suggest-API liefert keine Suchvolumina. Sie zeigt nicht, wie oft ein Begriff eingegeben wird, sondern nur, ob und in welcher Rangfolge Google ihn vorschlägt. Diese Studie enthält deshalb keine Zahl der Art „X-mal im Monat gesucht“ — solche Zahlen liegen uns nicht vor. Der schärfere Einwand geht weiter und sei hier selbst formuliert: Das ist Googles Autocomplete-Algorithmus, keine Nachfragemessung, und beides zu vermischen wäre ein Fehler. Er ist berechtigt. Suggest zeigt, was Menschen eintippen, nicht was sie anschließend anklicken oder kaufen. Wie Google die Vorschläge gewichtet — Popularität, Aktualität, Lokalisierung, Filterregeln —, ist nicht offengelegt; Vorschläge werden zudem nach eigenen Richtlinien entfernt. Ausgewertet wird hier also ein gefilterter Ausschnitt des Tippverhaltens, kein Rohprotokoll der Nachfrage — jede Aussage unten beschreibt, was in Googles Vorschlagsraum sichtbar ist, mehr nicht.

Einordnung gegenüber bestehenden Studien. Untersuchungen zur eSIM-Nutzung von Reisenden gibt es bereits: Kaleido Intelligence veröffentlichte im Juli 2026 eine Befragung mit nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Teilnehmenden in 20 führenden Reisemärkten, mit über 15 Fragen zu Anschaffungsgründen, Ausgaben und Kaufpräferenzen. Das ist ein anderer Zugang zum selben Feld: Befragungen erheben Selbstauskünfte, diese Studie wertet beobachtetes Tippverhalten aus. Uns ist keine vergleichbare Suggest-Auswertung für den deutschen eSIM-Markt bekannt — was nicht heißt, dass es keine gibt; ein Negativbeweis lässt sich nicht führen.

Offener Datensatz. Der vollständige Datensatz mit 2.690 Datenzeilen (Spalten: erhebung, abfrage, vorschlag) steht als CSV bereit: povnomad.com/esim-nachfrage-studie-2026-daten.csv. Die Daten sind frei nachnutzbar, POVNOMAD bittet um Quellenangabe.

Reproduzierbarkeit — und eine ungeprüfte Stelle. Die Erhebung braucht keine besondere Infrastruktur: gleiche API, gleiche Parameter, ein Nachmittag. Wer zu einem späteren Stichtag nachrechnet, bekommt vermutlich ein anderes Bild — Suggest ist eine Momentaufnahme eines einzelnen Tages. Eine Frage haben wir nicht beantwortet: Ob Suggest-Ergebnisse schon innerhalb desselben Tages schwanken, wurde nicht geprüft, es gab keinen Kontrolllauf zu einer anderen Uhrzeit. Diese Studie geht von Stabilität innerhalb eines Erhebungslaufs aus, ohne sie belegen zu können.

Organische Themenverteilung: Was Deutschland zur eSIM dazusucht

Die folgende Tabelle wertet ausschließlich die 752 eindeutigen Vorschläge der ungeseedeten Basis-Abfrage „esim <land>“ aus (Stichtag 5. September 2026). Gezählt wird, in wie vielen dieser Vorschlagszeilen der jeweilige Begriff vorkommt.

BegleitbegriffVorkommen in 752 Vorschlägen
vergleich66
Heimat-Carrier gesamt (vodafone 27 · telekom 19 · o2 8)54
erfahrung(en)51
airalo42
unbegrenzt/unlimited gesamt (unlimited 32 · unbegrenzt 9)41
kaufen35
holafly20
prepaid13
urlaub4
hotspot1
5g1

Stand der Daten: 5. September 2026. „Vergleich“ ist damit das häufigste einzelne Begleitwort einer Reise-eSIM-Suche, vor den Heimat-Carriern in Summe und vor „erfahrung(en)“ — und deutlich vor „kaufen“ mit 35. Vergleich und Erfahrungsbericht sind im Suchverhalten also mindestens so präsent wie die Kaufabsicht. Über eine zeitliche Reihenfolge sagt das nichts: Suggest liefert keine Sequenzdaten, nur wie oft ein Begriff in denselben 752 Zeilen vorkommt. Zur Robustheit gehört, dass die drei Spitzenwerte mit 66, 54 und 51 Nennungen nah beieinanderliegen — 8,8, 7,2 und 6,8 Prozent. Ihre Reihenfolge könnte an einem anderen Stichtag anders ausfallen; stabiler ist der Abstand nach unten zu „kaufen“.

Dass Vergleichen vor dem Kauf kein eSIM-Sonderfall ist, stützen Handelsdaten desselben Jahres: Laut einer Untersuchung des IFH Köln vom 17. Juni 2026 (Stichprobe: 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland) plant oder vergleicht mehr als jede zweite Person — 59 Prozent — Einkäufe gezielt im Voraus. Eine Analogie aus dem allgemeinen Einkaufsverhalten, keine eSIM-spezifische Messung.

Auffällig ist die Zeile zu den Heimat-Carriern: Vodafone, Telekom und o2 kommen zusammen auf 54 Nennungen — mehr als „unbegrenzt“ und „unlimited“ zusammen mit 41. Viele Deutsche suchen die Reise-eSIM offenbar erst beim eigenen Vertragsanbieter, bevor sie bei einem spezialisierten Anbieter landen. Airalo (42) liegt in den Vorschlägen vor Holafly (20).

Top-Länder nach Vorschlagszahl

Über alle vier Abfragen pro Land — Basis, „u“, „unbegrenzt“, „5g“ — gezählt, ergeben sich die folgenden Spitzenreiter nach Anzahl der Vorschläge (Stichtag 5. September 2026):

LandVorschläge über alle 4 Abfragen
Thailand30
Japan27
Türkei25
China25
USA24
Vietnam22
Taiwan22
Bali22
Ägypten21

Stand der Daten: 5. September 2026. Fernost dominiert die Spitze: Thailand, Japan, China, Vietnam, Taiwan und Bali stellen sechs der neun oberen Plätze. Das könnte mit der Reisesaison zusammenhängen — Anfang September gilt gemeinhin als Zeit der Nachsaison-Reisen Richtung Fernost. Belegen lässt sich das mit den vorliegenden Daten nicht; eine Wiederholung im Februar würde die Vermutung stützen oder widerlegen.

Die Rangfolge entsteht allein aus der Zahl der Vorschläge, nicht aus einer Bewertung der Reisebeliebtheit. Ein Land kann viele Vorschläge erzeugen, weil Nutzer viele Formulierungen ausprobieren — „esim thailand kaufen“, „esim thailand vergleich“, „esim thailand unbegrenzt“ —, nicht zwingend, weil mehr Menschen dorthin reisen. Die Tabelle zeigt sprachliche Vielfalt, kein Reiseranking.

Die 39 Länder mit organischer Unbegrenzt-Nachfrage

Diese Gruppe ist der Kern der Auswertung, deshalb steht sie hier vollständig statt nur als Zahl. In diesen 39 Ländern taucht „unbegrenzt“ oder „unlimited“ bereits in der ungeseedeten Basis-Abfrage auf (Stichtag 5. September 2026):

Ägypten, Aruba, Australien, Bahrain, Curaçao, Dänemark, Dominikanische Republik, Dubai, England, Frankreich, Griechenland, Guatemala, Hawaii, Indonesien, Italien, Japan, Kroatien, Malediven, Malta, Marokko, Neuseeland, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Oman, Panama, Polen, Portugal, Saudi-Arabien, Schweden, Seychellen, Spanien, Sri Lanka, Südafrika, Südkorea, Taiwan, Thailand, Türkei.

Mit den geseedeten Existenztests steigt die Zahl der Länder mit Unbegrenzt-Signal von 39 auf 69 von 90 — kein Widerspruch, sondern die Trennung aus der Methodenregel: 39 zeigen das Signal von allein, weitere 30 erst, wenn man gezielt danach fragt.

Umgangssprache schlägt Staatsname: England und Dubai

21 der 90 abgefragten Länder zeigen kein einziges Unbegrenzt-Signal, auch nicht in den geseedeten Existenztests: Alaska, Argentinien, Belgien, Bulgarien, Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Jamaika, Jordanien, Kambodscha, Katar, Kolumbien, Kuba, Rumänien, Sansibar, Senegal, Tschechien, Ungarn, VAE, Zypern.

Zwei Namen darin verdienen einen zweiten Blick: Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Als Staatsname abgefragt, liefert Google für beide kein Unbegrenzt-Signal. Fragt man stattdessen „esim england unbegrenzt“ beziehungsweise „esim dubai unbegrenzt“, existiert die Nachfrage sehr wohl — beide stehen deshalb auch auf der Liste der 39 Länder mit organischer Unbegrenzt-Nachfrage, nur unter ihrem umgangssprachlichen Namen.

Der Kontrast ist der Befund; die Erklärung dafür ist eine Interpretation. Sie liegt nahe: Reisende tippen offenbar, wie sie sprechen, nicht wie ein Amt einen Staat führt — „England“ statt „Vereinigtes Königreich“, „Dubai“ statt „Vereinigte Arabische Emirate“. Für jede Kategoriestruktur, die sich an Suchverhalten orientiert, ist das mehr als eine Randnotiz: Der Staatsname kann semantisch korrekt und suchtechnisch trotzdem der falsche Begriff sein.

Roaming und „eSIM Land“ sind zwei verschiedene Suchmuster

Der Seed „roaming“ liefert 258 eindeutige Vorschläge. 38 davon — ein auffälliger Teil, keine Mehrheit — sind Bedien- oder Kostenfragen: „roaming ausschalten“, „roaming einschalten“, „roaming kosten“, „was ist roaming“. Die Länder in diesen Vorschlägen sind Nachbarländer: Schweiz, England, Niederlande, Norwegen, Türkei. Ein spürbarer Teil der Roaming-Suche dreht sich also nicht um den Kauf, sondern um das Verstehen und Abstellen einer Funktion — und um nahe Ziele.

Ein anderes Bild zeigt die Entscheidungsphase „eSIM oder SIM-Karte“: 84 eindeutige Vorschläge, überwiegend mit konkreten Ländern verknüpft — Thailand, Ägypten, USA, Australien, Südafrika, Japan, Sri Lanka. Die Technologiefrage wird also nicht generisch gestellt, sondern pro Reiseziel entschieden.

Zwei Suchmuster für denselben Bedarf also: die Roaming-Suche mit ihrem sichtbaren Anteil an Verwaltungs- und Kostenfragen zu Nachbarländern — und „esim <land>“ als Kauf- und Entscheidungsthema rund um Reiseziele. Wer auf „Roaming“ optimiert, trifft eine andere Suchabsicht als wer auf „esim <land>“ optimiert.

Weitere Befunde aus der Themen-Erhebung

Einige Regionen-Formulierungen sind als echte Suggest-Vorschläge belegt, obwohl POVNOMAD und die meisten Wettbewerber ausschließlich einzelne Länder als Kategorie führen: „esim asien unbegrenzt“, „esim balkan unbegrenzt“, „esim karibik unbegrenzt“, „esim amerika unbegrenzt“, „esim europa unbegrenzt datenvolumen“, „esim weltweit unbegrenzt“. Diese Formulierungen existieren — mehr sagt der Befund nicht; wie häufig sie im Vergleich zu Länder-Anfragen vorkommen, lässt sich aus geseedeten Treffern nicht ableiten. Festhalten lässt sich: Die Nachfrage ist auf Regionsebene formuliert, eine reine Länderseite beantwortet sie nicht direkt.

Flexibilität kommt als Suchmotiv vor: „esim unbegrenztes datenvolumen monatlich kündbar“ und „esim unlimited monatlich kündbar“ sind belegte Vorschläge. Das ist ein Hinweis, keine Verteilungsaussage — ihr Gewicht gegenüber anderen Suchen ist unbekannt. Bemerkenswert bleibt, dass Kündbarkeit überhaupt als eigenes Anliegen auftaucht: Sorge vor einer Abo-Bindung, nicht nur vor einem hohen Preis.

Die generische Formulierung „unbegrenztes datenvolumen“ ist überwiegend eine Inlandssuche, keine Reisesuche. Im vollständigen a–z-Durchlauf zum Seed „unbegrenztes datenvolumen“ (199 eindeutige Vorschläge) tragen 55 Vorschläge einen Inlands-Marker — Telekom, Vodafone, o2, ALDI TALK, freenet, „ohne vertrag“, „prepaid“ — und nur 21 einen erkennbaren Reise-Marker wie „esim“, „ausland“, „urlaub“ oder einen Ländernamen. Das ist eine Anteilsangabe innerhalb eines Durchlaufs, keine Volumenmessung. Sie legt nahe: Wer für die Reise unbegrenztes Datenvolumen sucht, formuliert das konkret als „esim <land> unbegrenzt“, nicht generisch.

Vier wörtlich belegte Einzelbefunde runden das Bild ab. „esim thailand mit telefonnummer“ zeigt Bedarf nach einer erreichbaren Rufnummer neben dem Datenpaket. „esim türkei gesperrt“ zeigt, dass das Sperr-Thema um eSIM-Anbieter in der Türkei im Suchverhalten angekommen ist. „esim oder sim karte reddit“ zeigt, dass für die Kaufentscheidung gezielt Drittquellen gesucht werden, nicht nur Anbieterseiten. „beste esim unbegrenzt“ ist eine offene Vergleichs- statt Markenanfrage. Vier Einzelvorschläge sind keine Verteilung — aber sie zeigen, in welchen Worten die Fragen gestellt werden.

Katalog-Abgleich: 31 von 39 Ländern abgedeckt, 8 offene Lücken

Von den 39 Ländern mit organischer Unbegrenzt-Nachfrage deckt POVNOMAD zum Katalogstand 4. September 2026 (99 Unlimited-Reiseziele) 31 mit eigenen Unlimited-Tarifen ab. Für die Zuordnung gilt: England zählt zu Vereinigtes Königreich, Dubai zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hawaii und Alaska zu USA-eSIM.

Acht Länder mit belegter organischer Nachfrage bleiben eine Lücke im Katalog: Aruba, Curaçao, Dominikanische Republik, Malediven, Oman, Seychellen, Sri Lanka, Taiwan. Bei Sri Lanka und Taiwan ist die Lücke eine bewusste Entscheidung wegen der Einkaufslage, keine übersehene Nachfrage. Für die übrigen sechs gilt schlicht: Die Nachfrage ist in der Basis-Abfrage nachweisbar, ein Angebot dazu gibt es derzeit nicht.

Einordnung für POVNOMADs eigene Sortimentsplanung. Dieser Kasten hat, offen gesagt, zwei Adressaten: Leser und die eigene Produktplanung. Er ist deshalb vom Befundteil getrennt — damit sichtbar bleibt, wo die Auswertung endet und das Geschäftsinteresse beginnt.

Die sechs Lücken ohne Einkaufsgrund sind die naheliegenden nächsten Kandidaten für eine Sortimentserweiterung, gemessen an dieser Studie und nicht an einer internen Vermutung. Zur Preisseite: In der POVNOMAD-Preisstudie vom selben Stichtag lag der Median für eine Woche Unlimited Smart bei 9,90 Euro, über 95 Länder hinweg. Für Thailand (Platz 1) und die Türkei (Platz 3, gleichauf mit China) führen die Produktseiten Thailand-eSIM und Türkei-eSIM die aktuellen Tarife.

Grenzen der Methode

Diese Studie zeigt Existenz und eine ungefähre Rangfolge dessen, was Nutzer eintippen — keine Suchvolumina. Eine Aussage wie „Land X wird häufiger gesucht als Land Y“ stützt sich hier ausschließlich auf die Anzahl der Suggest-Vorschläge, nicht auf Suchanfragen pro Monat; solche Zahlen liegen uns nicht vor. Diese Selbstbeschränkung ist keine Schwäche der Darstellung, sondern ihre Bedingung: lieber eine Zahl weniger als eine erfundene.

Die Erhebung ist eine Momentaufnahme des 5. September 2026. Eine saisonale Verschiebung ist wahrscheinlich: Thailand und Japan stehen an der Spitze, ein Bild, das zu einer September-Erhebung passt. Ob die Ergebnisse schon innerhalb desselben Tages schwanken, wurde nicht geprüft. Die Parameter hl=de/gl=de setzen den deutschen Markt voraus; Aussagen über andere Sprach- oder Absatzmärkte lassen sich daraus nicht ableiten. Und was Suggest anzeigt, ist von Google nach nicht offengelegten Regeln gefiltert und gewichtet — ausgewertet wird, was im Vorschlagsraum sichtbar ist, nicht die Nachfrage selbst.

POVNOMAD ist selbst eSIM-Anbieter und hat ein wirtschaftliches Interesse am Thema dieser Studie; die Interessenkonflikt-Erklärung steht am Anfang des Methodik-Abschnitts. Die Nennungen von Airalo und Holafly sind ausschließlich Suchhäufigkeit in Vorschlägen, keine Qualitäts- oder Werturteile über diese Anbieter.

Häufige Fragen

Wonach sucht Deutschland bei einer Reise-eSIM am häufigsten?

Am häufigsten taucht in den organischen Suchvorschlägen das Begleitwort „vergleich“ auf: 66 von 752 eindeutigen Basis-Vorschlägen, vor den Heimat-Carriern in Summe mit 54, „erfahrung(en)“ mit 51 und „kaufen“ mit 35 (Stand: 5. September 2026). Vergleich und Erfahrungsbericht sind im Suchverhalten also mindestens so präsent wie die Kaufabsicht. Die drei Spitzenwerte liegen nah beieinander, die genaue Reihenfolge kann an einem anderen Stichtag abweichen.

Was ist der Unterschied zwischen geseedeten und organischen Suchvorschlägen?

Geseedete Abfragen hängen testweise ein „u“, das Wort „unbegrenzt“ oder „5g“ an einen Suchbegriff an, um zu prüfen, ob Google dafür überhaupt einen Vorschlag kennt — sie beweisen nur Existenz. Organische Abfragen sind die reine Basis-Formulierung, etwa „esim thailand“ ohne Zusatz; nur sie (752 Zeilen) wird für Häufigkeitsverteilungen zwischen Ländern verwendet. Bei den Themen-Seeds wurde je ein vollständiger Durchlauf von leer bis „z“ erhoben; Anteile darin beschreiben dessen Zusammensetzung, keine Suchvolumina.

Zeigt diese Studie, wie oft ein Begriff gesucht wird?

Nein. Die Google-Suggest-API liefert keine Suchvolumina, nur die Rangfolge dessen, was Nutzer am Stichtag eintippen. Diese Studie enthält deshalb keine Angaben wie „X-mal im Monat gesucht“.

Misst Google Suggest überhaupt Nachfrage?

Nur mittelbar. Suggest zeigt, was Menschen eintippen, nicht was sie anschließend anklicken oder kaufen. Wie Google die Vorschläge gewichtet, ist nicht offengelegt, und Google filtert sie nach eigenen Richtlinien. Diese Studie wertet deshalb aus, was im Vorschlagsraum sichtbar ist, und setzt das nicht mit gemessener Nachfrage gleich.

Für welche Länder existiert die stärkste eSIM-Unbegrenzt-Nachfrage?

Für alle 90 abgefragten Reiseländer existiert deutschsprachige eSIM-Suchnachfrage, für 69 davon zusätzlich eine Unbegrenzt-Nachfrage, davon 39 organisch. Die meisten Vorschläge sammeln Thailand (30), Japan (27), Türkei und China (je 25) sowie die USA (24), Stand: 5. September 2026.

Warum tauchen England und Dubai anders auf als Großbritannien und die VAE?

Als Staatsname abgefragt, liefert Google für Großbritannien und die Vereinigten Arabischen Emirate kein Unbegrenzt-Signal. Unter den umgangssprachlichen Namen „England“ und „Dubai“ existiert die Nachfrage dagegen sehr wohl. Der Kontrast ist der Befund; die naheliegende Deutung: Reisende tippen offenbar, wie sie sprechen, nicht wie ein Staat offiziell heißt.

Ist Roaming das gleiche Suchthema wie eine Reise-eSIM?

Nein. Von 258 eindeutigen Vorschlägen zum Seed „roaming“ sind 38 Bedien- und Kostenfragen rund um Nachbarländer wie Schweiz, England, Niederlande, Norwegen und Türkei. „esim <land>“ dagegen ist ein Kaufthema rund um Reiseziele. Beide Suchmuster decken denselben Grundbedarf ab, mobil online zu sein, aber mit unterschiedlicher Absicht.

Wie wurden die 90 Länder ausgewählt?

Ein formales, vorab dokumentiertes Auswahlverfahren gibt es nicht — die Liste umfasst gängige deutschsprachige Reiseziele und wurde vor der Auswertung festgelegt. Sie ist nicht mit dem POVNOMAD-Katalog identisch und enthält auch Ziele ohne eigenes Angebot; daraus ergeben sich die acht benannten Katalog-Lücken. Die vollständige Länderliste steht im offenen CSV-Datensatz.

Welche Länder deckt POVNOMAD noch nicht ab, obwohl Nachfrage besteht?

Von 39 Ländern mit organischer Unbegrenzt-Nachfrage deckt POVNOMAD 31 ab (Katalogstand 4. September 2026). Acht bleiben offen: Aruba, Curaçao, Dominikanische Republik, Malediven, Oman, Seychellen, Sri Lanka und Taiwan. Bei Sri Lanka und Taiwan liegt es an der Einkaufslage.

Darf ich die Daten dieser Studie verwenden?

Ja. Der vollständige Datensatz mit 2.690 Datenzeilen steht frei zur Nachnutzung bereit: povnomad.com/esim-nachfrage-studie-2026-daten.csv, mit Quellenangabe povnomad.com und Link auf diese Studie.

Nachnutzung und Kontakt

Befunde, Tabellen und Datensatz sind frei verwendbar, mit Quellenangabe povnomad.com und einem Link auf diese Studie. POVNOMAD ist ein eSIM-Anbieter aus Deutschland und hat ein wirtschaftliches Interesse am Thema; wer die Befunde prüfen will, braucht dafür kein Vertrauen, sondern den offenen Datensatz.

Stand der Daten: 5. September 2026, Google-Suggest-API, client=firefox, hl=de, gl=de.

Für Presseanfragen: service@povnomad.com.

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